Badische Zeitung vom 08.06.2016

Ganz auf der Höhe der Zeit

Die Sexauer Sportschützen haben ihre Schießanlage in fünf Jahren und für 58 000 Euro den neuen Vorschriften angepasst.

  1. Der neue Kleinkaliber-Stand Sexau präsentierte sich sicherheitstechnisch und elektronisch ganz auf der Höhe der Zeit. Foto: Benedikt Sommer

SEXAU. Nach fünf Jahren Renovierungs- und Bauzeit stellte der Sportschützenverein Sexau am Sonntag seine neuen Schießstände vor. Trotz des wechselhaften Wetters nutzten zahlreiche Besucher die Gelegenheit, sich bei einer Führung über die neuen Anlagen zu informieren, die mit einer beeindruckenden Leistung engagierter Mitglieder teils neu errichtet wurden und ganz auf der Höhe der Zeit sind.

Neue gesetzliche Bestimmungen, ein verändertes energetisches und ökologisches Bewusstsein und schlicht das Alter der Anlage, das eine Schließung drohen ließ, machten die Renovierung zwingend notwendig. Eigentlich wollte der Verein Schritt für Schritt vorgehen. Nachdem in der Luftgewehrhalle die Scheibenzugmechanik auf Elektronik umgestellt war, sollte der Pistolenstand erneuert werden, an dem noch Holzstapel als Kugelfang dienten. Dabei stellte sich heraus, dass auch der Kleinkaliberstand massive Schäden aufwies, berichtete Oberschützenmeisterin Jutta Zäh. Dazu wäre durch die enge Steinbruchlage der Zugang mit schwerem Gerät nur bedingt möglich gewesen. Also entschlossen sich die Schützen, den Kleinkaliberstand ab- und wieder neu aufzubauen, sodass die Vereinsmitglieder fast drei Jahre nicht schießen konnten. Die für einen kleinen Verein (104 Mitglieder) riesigen Baukosten von über 58 000 Euro (allein für die aufwendige Elektronik des Luftdruck- und Kleinkaliberstands waren fast 20 000 Euro fällig) waren nur durch Zuschüsse der Gemeinde Sexau in Höhe von 10 000 Euro, vom Badischen Sportbund in Höhe von insgesamt knapp 19 000 Euro und Spenden der Vereinsmitgliedern in Höhe von 2500 Euro zu stemmen. Trotzdem musste der Verein noch fast 26 700 Euro aus seinem Vermögen aufwenden. Dazu kamen 2099 Arbeitsstunden der Mitglieder, Planungs- und Beratungszeiten nicht eingerechnet.

Im neuen Pistolenstand kann mit großkalibrigen Waffen geschossen werden. Eine mit einer zusätzlichen Stahlplatte verkleidete 24 Zentimeter dicke Stahlbetonwand, der eine weitere Holzverkleidung mit etwas Abstand vorgesetzt wurde, verhindert mit einem neuen sandgefüllten Kugelfang, dass Bleigeschosse in die Umwelt gelangen. Mit einer neuen Splitterschutzdecke im Dach und einer elektronisch gesicherten Standtür überschreiten die Maßnahmen noch die strengen Umwelt- und Sicherheitsauflagen. Neue Fenster in der Luftgewehrhalle und LED-Beleuchtung sorgen für deutlich niedrigere Energiekosten und Lärmemissionen.

Der Kleinkaliberstand wurde bis auf das Fundament neu errichtet. Hier wurden auf eine L-Betonplatte die Halterungen für sechs elektronische Disag-Messrahmen montiert. Die segmentierte Holzwand ist um die Kugelfänge mit einer Stahlplatte verstärkt, die Holzelemente können bei Bedarf ausgetauscht werden. Trichterkugelfänge, zur Reduktion des Lärms in Sand gefüllte Kisten eingebaut, verhindern hier, dass Bleigeschosse oder Splitter in die Umwelt gelangen.

Mit einer Reddot-Laseranlage können nun auch Kinder oder Laien gefahrlos den Schießsport ausüben. Insgesamt hat der „harten Kern“ des Vereins 1595 Meter Kabel verlegt, 6225 Schrauben versenkt und fast 79 Kubikmeter Beton verarbeitet.

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